Forum Intuitive Musik

Das Forum Intuitive Musik bietet interessierten MusikerInnen aller Stilrichtungen die Möglichkeit miteinander zu musizieren, sich auszutauschen und sich unter professioneller Anleitung musikalisch und geistig weiterzuentwickeln.

Der Saal der Bergischen Musikschule Wuppertal ist besonders geeignet für Arbeit in größeren Gruppen, es stehen mehrere gute Flügel zur Verfügung. Die Schule befindet sich nur fünf Gehminuten vom HBF Wuppertal entfernt, Cafés und Restaurants befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Markus Stockhausen und Matthias Goebel haben die Vision, hier langfristig ein Zentrum zur Förderung der Intuitiven Musik zu schaffen. Laien und Profis können teilnehmen, nur sollte man/frau sein/ihr Instrument bzw. Stimme bereits gut beherrschen, sich auskennen in den Tonarten, damit das intuitive Spiel möglich wird. Bei Zweifel bitte Kontakt aufnehmen, oder erst einmal als Zuhörer teilnehmen.

Leitung: Markus Stockhausen

Organisation:
Matthias Goebel
Bergische Musikschule Wuppertal

Inhaltliche Infos zur Vorbereitung finden Sie hier

Termine:
1. November 2019
21. Dezember 2019
25. Januar 2020
22. Februar 2020
29. März 2020 mit Abschlusskonzert am selben Tag um 20 Uhr
weitere Termine folgen

Zeiten:
immer 10.30 – 17.30 Uhr, Getränke bitte selbst mitbringen, Mittagspause ca. 75 min., Selbstversorgung oder Restaurants in unmittelbarer Nähe

Teilnahmegebühr pro Tag
70 €, Ermässigung auf Anfrage
Studenten 50 €
Zuhörer: 20 €

Maximale aktive Teilnehmerzahl / Tag: 15

Ort:
Bergische Musikschule Wuppertal
Hofaue 51
42103 Wuppertal
Bernd-Mischke-Saal, 4. Stock

Anmeldung:
Matthias Goebel
matthias.goebel@stadt.wuppertal.de
Tel. für Rückfragen: ‭0176 64289150‬

_________________________________

Interview – Markus Stockhausen startet sein neues Forum Intuitive Musik in Wuppertal

Er ist Sohn von Karlheinz Stockhausen, einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein eigener Weg führte fast zwangsläufig in die zeitgenössische Musik. Viele Jahre spielte er mit dem Vater zusammen, suchte und fand seinen eigenen Weg. Der Markus Stockhausen nun nach Wuppertal führt. Sein Forum Intuitive Musik (FIM) wird hier eine Heimat in der Bergischen Musikschule finden. Im Gespräch mit der WZ erzählt der Musiker, wie es dazu kommt, welche Bedeutung sein Vater für seine Musik hatte und erklärt, was intuitive Musik bedeutet.

Welche Bedeutung hatte Ihr Vater für Ihren musikalischen Weg?

Markus Stockhausen: Er hat mich schon früh an seine ganz neue und sehr vielfarbige Musikwelt herangeführt. Diese Welt war für mich bereits als Kind ganz natürlich, und ich erkannte erst später im Vergleich mit anderen Komponisten, wie gut, auch gut komponiert seine Musik war. Mit 18 begann ich professionell mit meinem Vater zu arbeiten, habe die Trompetenpartie in „Sirius“ 1976/77 und von 1978 bis 1981 im „Donnertag aus Licht“ (siebenteiliger Opern-Zyklus, Red.) eine Hauptrolle als Michael gespielt. 25 Jahre lang arbeiteten wir intensiv zusammen. Ich bin ihm zutiefst dankbar, was er für die Musik und deren professionelle Aufführungspraxis geleistet hat, und was ich von ihm lernen konnte.

Wie sind Sie selbst Musiker geworden?

Stockhausen: Ich habe zwar mal kurz mit der Architektur geliebäugelt, aber schon früh wurde klar, dass ich Musiker werden wollte. Ich habe drei Ausbildungen, in Jazz, Klassik und zeitgenössischer Musik absolviert. Ich habe an der Musikhochschule in Köln Klavier, klassische und Jazz-Trompete studiert. Anfangs stand das Klavier im Vordergrund, dann aber wurde die Trompete immer wichtiger.

Wie sind Sie zu improvisierter und dann intuitiver Musik gekommen?

Stockhausen: Durch den Jazz habe ich zur Improvisation gefunden. Ich hatte schon als Schüler Bands, etwa die Gruppe „Key“. Wir spielten damals vorwiegend Eigenkompositionen, aber auch freie Musik. Als ich 18 war, nahm mich mein Vater mit nach London, wo wir sein Textstück „Zugvogel“, also intuitive Musik, für ein Pop-Label aufnahmen. Es gab nur den Text, der Rest war Gefühl, Fantasie und Eingebung. Auf der Basis seiner Texte habe ich in den 80er Jahren oft mit dem Ensemble für Intuitive Musik in Weimar gespielt. Irgendwann war mit das zu eng und ich habe mich befreit, habe eine eigene Gruppe gebildet, mit der ich improvisierte und intuitive Musik spielte und auch aufnahm.

Worin besteht der Unterschied?

Stockhausen: Improvisierte Musik arbeitet mit bekanntem Material, man einigt sich vorher auf einen stilistischen oder ästhetischen Kontext, es gibt bestimmte Erwartungen. Bei intuitiver Musik gibt es kein Konzept, man spielt vollkommen frei, beginnt mit einem leeren Geist. Die Grenzen sind fließend, jeder der improvisiert, spielt auch intuitiv, jeder der intuitiv spielt, improvisiert auch. Es gibt aber einen signifikanten Unterschied in der Herangehensweise.

Welche Bedeutung hat intuitive Musik?

Stockhausen: Bei intuitiver Musik spielen Tagesform, Ort, Menschen und so weiter eine Rolle. Wer sich da öffnet, die musikalische Situation erfasst, kann eine ganz eigene Art des Spielens entwickeln. Eine Art, die auch in den mitmenschlichen Bereich reicht. Man muss wirklich zuhören können, nicht nur sein Instrument beherrschen. So entsteht ein Prozess des Musizierens und gleichzeitigen Wahrnehmens. Intuitive Musik steht gleichberechtigt neben allen anderen Musikarten, steckt aber noch in den Kinderschuhen, weil sie sehr viel vom Musiker verlangt.

Wie wichtig sind Partner bei intuitiver Musik?

Stockhausen: Sehr wichtig. Jeder bringt seine musikalische Welt mit, auf die man sich einstellen muss. Respektvoll, einander Raum lassend. Das ist hochsensibel. Es geht darum, dass der Mensch wirklich frei wird und die volle Verantwortung für sein Tun im sozialen Kontext übernimmt. Das entspricht dem Bewusstsein einer Weltgemeinschaft, das wir als Menschheit heute entwickeln. Auch hier hat mein Vater mit seiner Intuitiven Musik 1968 eine Tür aufgestoßen.

“Musik ist die Sprache der Seele”, sagte Hazrat Inayat Khan, Begründer des Sufi-Ordens. Sie stimmen dem zu?

Stockhausen: Ja, der Satz deutet darauf hin, dass Musik – wie mein Vater immer sagte – die höchste Kunstform in der Welt ist. Nichts ist so unmittelbar, reich und ausdrucksstark wie Musik. Ich bin froh, Musiker zu sein. Musik verbindet Menschen jenseits aller Grenzen.

Warum kommt das Forum für intuitive Musik nach Wuppertal?

Stockhausen: Ich habe vor kurzem den Bernd-Mischke-Saal der Musikschule bei einem Workshop gesehen und gespürt, dass dies der perfekte Ort dafür ist. Er klingt schön und hat genug Platz. Außerdem ist Wuppertal mitten in Deutschland angesiedelt.

Was genau ist geplant?

Stockhausen: Jeder, der ein Instrument oder die Stimme gut beherrscht, kann sich anmelden und dann werden wir uns einmal im Monat treffen, um intuitive Musik zu üben. Ich rechne mit etwa 15 Akteuren (Studenten, Halbprofis und Profis). Man kann aber auch einfach zum Zuhören kommen, das ist ja auch spannend und lehrreich. Die Seminare starten ab November, das erste Konzert wird Ende März 2020 sein.




Concerts