Abenglühen

uraufgeführt beim 31. Deutschen Ev. Kirchentag 2007 in Köln mit Markus Stockhausen und 1500 Posaunenchorbläsern der Ev. Kirche.

Die Komposition und Uraufführung

Veröffentlicht:
2008

Künstler:
Markus Stockhausen
Trompete, Flügelhorn
Posaunenchöre der Evangelischen Kirche

Tracks:
Aus der Tiefe 02:23
Ankündigung 01:43
Gemeinsam 01:39
Meditation 04:47
In der Kraft 02:21
Inneres Gespräch 02:09
Anklopfen 02:15
Eigene Wege 02:29
All-ein 01:47
Himmelsleiter 03:03

Label
Aktivraum, AR 10108

Erhältlich:
Amazon
iTunes
Spotify
…und im Handel.

oder direkt beim Künstler: music



Godehard Lutz, in: Jazzpodium, 1. Sept. 2008

Abendglühen

Markus Stockhausen & Posaunenchöre der Ev. Kirche

Es war wohl für die Mitwirkenden und die Zuhörer ein einmaliges Erlebnis: 1800 Blechbläser, aufgeteilt in 6 Gruppen auf beiden Seiten des Rheins beim Eröffnungsabend des 31. Deutschen Ev. Kirchentags 2007 in Köln, aufgenommen mit über 100 Mikrofonen, übertragen über 17 Beschallungstürme mit über 120 Boxen.
Der bleibende Eindruck, den die Uraufführung der Auftragskomposition „Abendglühen“ mit Komponist und Trompeter Markus Stockhausen hinterließ, führte zur einer nachträglichen Studioeinspielung des knapp 25-minütigen Werks mit „nur“ 72 Bläsern und wiederum Markus Stockhausen als Solotrompeter und Leiter, die jetzt vorliegt . Aus einem sonoren Posaunengrummeln erheben sich anfangs „Aus der Tiefe“ immer neue Intervalle, aus denen sich nach einer Minute strahlend die Solotrompete schält.,, Auf der Himmelsleiter“ entschwinden die Bläser zuletzt in einem Stakkato von Morsesignalen, bis auch die leise Trompetenstimme in der Höhe entschwindet.
Die Monumentalität der Uraufführung lässt sich hier natürlich nur ahnen, es bleibt eine noch immer beeindruckende Erinnerung für die Teilnehmer und ein bebildertes Album für Freunde sakral getönter Blechbläserklänge.

Frank Becker, in: Musenblätter, 17. Sept. 2008

Musik, die glücklich macht

24 Minuten und 42 Sekunden Glück

Sie kennen alle die beliebte Frage: „Wenn Sie für eine lange Zeitspanne auf eine einsame Insel nur zehn Bücher mitnehmen dürften, welche würden sie auswählen?“ Darüber ist schon manch ein Bibliomanen-Herz zerbrochen und es hat unendliche Streitgespräche über das Für und Wider der persönlichen Auswahlkriterien gegeben. Nun stellen Sie sich vor, man würde Ihnen diese Frage hinsichtlich mitzunehmender Musik stellen. Ja, auf unserer einsamen Insel gäbe es natürlich elektrischen Strom für den Betrieb eines CD-Spielers. Also?
Aber Sie ahnen jetzt schon, welches neue Album ich Ihnen da dringend ans Herz legen möchte. Der Trompeter Markus Stockhausen hat am 6. Juni 2007 beim Evangelischen Kirchentag beiderseits des Rheins in Köln seine Komposition „Abendglühen“ vor rund 150.000 Menschen aufgeführt, die bei hereinbrechender Dunkelheit ein einzigartiges musikalisches Erlebnis teilen konnten: 1.800 Blechbläser spielten, auf Standorte zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke verteilt und vom Dach eines Hochhauses aus von Tara Bouman koordiniert, von wo auch Markus Stockhausen seine Solo-Einsätze über Funk einspielte. Dieser musikalische Abendsegen stellte an Schönheit, Größe und Feierlichkeit alles in den Schatten, was es bis dahin gegeben hatte. Die Resonanz bei Zuhörern und Beteiligten auf die Eindrücke dieses Abends war derart überwältigend, daß man recht bald beschloß, das feierliche Werk in kleinerem Rahmen für eine CD-Aufnahme noch einmal zu spielen.
Markus Stockhausen ging mit 72 Bläsern ins Studio, genauer: in die Aula der Waldorfschule Erftstadt, wo es gelang, das Wesen der herrlichen Musik äquivalent aufleben zu lassen, den mächtigen, zugleich watteweichen Klangteppich zu rekonstruieren. Die in hervorragender Qualität aufgezeichneten 24 Minuten und 42 Sekunden sind zu Musik geronnenes, pures Glück, tief anrührend, von unerhörtem Zauber und einer Größe, die einen jeden Zuhörer, unabhängig von seiner religiösen Einstellung, ergreifen muß. Man müßte im Grunde neue Worte erfinden, um das beglückende Hörerlebnis nur anähernd angemessen beschreiben zu können. Wessen Herz da nicht bewegt würde, wessen Gemüt die Zärtlichkeit dieser kostbaren Musik nicht empfände – ich glaube nicht, daß es überhaupt möglich ist, nicht davon erfaßt zu werden – wäre ein bedauernswerter Mensch.
Ich habe mir die wunderbaren 24:42 Minuten jetzt schon viele Male angehört, das erste Mal am Abend, um dem Titel gerecht zu werden, dann aber immer öfter – bei Sonnenschein und weit geöffnetem Fenster, im Auto bei der Fahrt zum nächsten Termin und in der Nacht zu Ausklang des Tages. Markus Stockhausens „Abendglühen“ hat sich als universeller Balsam erwiesen. Sollten Sie sich auch zulegen. Ist besser als Tabletten oder Pülverchen.
Wenn Sie sich selber mögen, schenken Sie sich mit diesem Album eine knappe halbe Stunde Glück. Wenn Sie jemandem etwas ganz besonders Gutes tun wollen, schenken Sie diese Platte ihm/ihr. Die Redaktion vergibt als höchste Auszeichnung für besonders schöne Bücher, Platte etc. den „Musenkuß“. Das „Abendglühen“ bekommt noch ein Sternchen dazu. Meine Antwort auf die bewußte Frage haben sie nun. von den anderen neun erzähle ich Ihnen irgendwann später mal.


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