1. Konzert des Forum Intuitive Musik

Etwa 20 Musiker*innen präsentieren sich zusammen mit Markus Stockhausen – ein Konzert mit rein Intuitiver Musik

Zur Intuitiven Musik: “Wir leben in einer neuen Zeit, und demnach versuchen wir auch eine Musik zu machen, die der heutigen Zeit, so wie wir sie erleben, entspricht.
Es geht nicht mehr um ein höher, schneller weiter, um eine bestimmte Stilrichtung oder eine bestimmte Botschaft. Es geht um eine Authenzität, um eine wahrhaftige Klangäusserung, um eine Offenheit und Bereitschaft, eine Sensibilität, ein Musizieren mit ganz empfänglichen Antennen für Inspiration im Jetzt und eine umfassende Wahrnehmung. Das verlangt ein fortwährendes Üben des Musikers.”

“Ein ruhiger, offener Geist, in Frieden sein mit sich und der Umgebung.
Aus der Stille Töne entstehen lassen. Horchen, lauschen, nach innen, und auf alles, was um mich ist. Töne im Einklang mit allem suchen, finden, spielen.
Im Jetzt. Die Sprache, derer ich mich bediene, ist sekundär. Am besten ist die Sprache offen, keinem bestimmten Stil zugeordnet.
ES hört, ES atmet, ES denkt, ES spielt. Ich bin Instrument.”

“Vielleicht gehört intuitive Musik auch deshalb zur schwierigsten Disziplin der Musikausübung, weil sie dem Instrumentalisten/der Instrumentalistin die ganze Verantwortung seines musikalischen Tuns überträgt. Die Musizierenden entscheiden selbst über das Tonmaterial, die Form, den Ausdruck, sowie die gesamte Gestaltung der Musik im Hier und Jetzt.
Mein Ziel ist eine integrale Musik, die vor allem durch ihre Kraft und Schönheit unser seelisches Empfinden berühren kann, die unsere Phantasie beflügelt und uns und jene, die daran teilhaben, erhebt.”

Der Begriff Intuitive Musik stammt ursprünglich vom Vater des Ausnahmetrompeters, von dem berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen (1928 – 2007), mit dem der Sohn ein Vierteljahrhundert intensiver klangforscherischer Arbeit geteilt hat. Markus Stockhausen bedient sich dieses Begriffes, um sich vom Free Jazz „abzugrenzen“, da dessen Ästhetik seines Erachtens Harmonien nicht zulasse. In einem Interview mit dem renommierten Musikjournalisten Ralf Bei der Kellen hat er den Unterschied von Improvisation und Intuitiver Musik folgendermaßen definiert: „Beim Improvisieren spielt oder variiert man bekanntes Material; man hat eine Basis, die bekannt ist – sei es eine Stilistik, ein Stück, eine gewisse Struktur, einen Rhythmus oder eine Harmoniestruktur. Intuitive Musik geht einen ganzen Schritt weiter. Hier löst man sich praktisch aus jeglicher Bindung oder Absprache, man hört ganz auf sein Inneres und erfindet die Musik im Moment. Diese kann natürlich auch Bezüge zu bekanntem Material haben, meistens aber nicht. Vor allen Dingen ist sie stilistisch vollkommen ungebunden. In der intuitiven Musik können unterschiedlichste Elemente auftauchen. Für mich stellt sie das Maximum an freier Musik dar.”

Markus Stockhausen

Leitung:
Markus Stockhausen, Kölner Trompeter und Komponist, ist bekannt als vielseitiger Grenzgänger. 25 Jahre lang konzertierte er mit seinem Vater, dem Komponisten Karlheinz Stockhausen, der viele Werke für ihn schrieb. Als Trompeter konzertiert er international und komponierte u.a. für die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, die London Sinfonietta, das Metropole Orkest, u.v.a. 2005 wurde er ausgezeichnet mit dem WDR-Jazzpreis als bester Improvisator, 2017 mit dem ITG Jazz Award und der Silbernen Stimmgabel, 2018 erhielt er den Echo Jazz Preis. Er gibt auch Kurse zum Thema zum Thema Singen und Stille. Sein Interesse gilt der “Transformation durch Klang”.

Datum:
Sunday, 29. March 2020

Zeit:
19.30 pm - 22.00 pm

Veranstaltungsort:
Bergische Musikschule Wuppertal, Bernd-Mischke-Saal, 4. Stock
Hofaue 51
42103 Wuppertal




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